Radikaler Neuanfang ist notwendig | È tempo di un nuovo inizio

Die Vorgänge um die geplante Neugestaltung des Hofburggartens drängen einem unwillkürlich zwei Fragen auf: Wie geht die Brixner Gemeindeverwaltung mit der ihr anvertrauten Stadt um, und wie geht sie mit den ihr vertrauenden Bürgern um?

Bedauerlicher Weise scheinen manche Gemeindeverwalter und die hinter ihnen stehenden „Wirtschaftskreise“ die geschichtlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt nur als Staffage für „Events“ zu sehen. Der Domplatz muss bereits für alle möglichen Ereignisse bis hin zu Motorsportveranstaltungen herhalten, nun soll der Hofburggarten zu einer Art „Luna Park“ umgestaltet werden. Nicht nur Fachleute, die über die Bedeutung des seit dem Mittelalter bestehenden Baumgartens und seine Verbindung mit der Hofburg wissen, sind entsetzt. Auch viele Brixner Bürger empfinden es als Frevel, dass diese Oase der Ruhe inmitten der Stadt geopfert werden soll. Gerade die Bürger werden aber nicht bzw. höchstens nur zum Schein gefragt.

Eine schöne Ansicht der Hofburg und des angrenzenden Gartens vom Kirchturm aus (Photo Hartmuth Staffler).

Nach der Anmietung des Hofburggartens wäre es angebracht gewesen, eine öffentliche Diskussion darüber in die Wege zu leiten, was nun mit dem großen Gelände geschehen soll. Stattdessen hat die Gemeindeverwaltung ein Konzept für die Neugestaltung des Hofburggartens in Auftrag gegeben. Mit der Wahl des Planers, der als „Eventspezialist“ gilt, aber keinerlei Qualifikation als Landschaftsgestalter hat, wurde bereits eine klare Vorentscheidung getroffen. Unberührt davon, dass der Hofburggarten unter Denkmalschutz und Ensembleschutz steht und somit jede Bautätigkeit eigentlich ausgeschlossen sein sollte, hat der Planer seine Fantasie walten lassen und zahlreiche Baumaßnahmen vorgesehen, die den Garten in den Hintergrund treten lassen. Jetzt, nachdem die Vorentscheidung gefallen ist und bereits viel Geld ausgegeben wurde, der Bevölkerung zwei Konzepte vorzulegen, die beide abzulehnen sind, und „falls notwendig“ eine Volksbefragung in Aussicht zu stellen, bei der die Bevölkerung bestenfalls zwischen zwei Übeln das kleinere auswählen könnte, ist ein starkes Stück und zeigt deutlich, was die Gemeindeverwaltung von ihren Bürgern hält.

Der einzige vernünftige Ausweg aus dieser Situation wäre jetzt, noch einmal von vorne anzufangen. Da heißt den Schweizer „Fachmann“ mit seinen 70.000 Euro nach Hause zu schicken, bevor die Rechnung noch größer wird, und unter Einbeziehung echter Fachleute – Historiker, Architekten, Landschaftsplaner, Gartenbaufachleute usw. – gemeinsam zu überlegen, wie man den Hofburggarten aufwerten kann, ohne ihn zu zerstören. Die Rückwandlung in einen historischen Baumgarten bietet sich in diesem historischen Ambiente ganz von selbst an; und für den Luna Park könnte man ja ein leer stehendes Gelände z. B. in der Industriezone finden.

È tempo di un nuovo inizio

I modi con i quali si sta progettando la ristrutturazione del Giardino Vescovile fanno sorgere molti dubbi; la città di Bressanone ed i suoi abitanti si sono affidati all’amministrazione comunale: e questa come li ricambia?  Purtroppo alcuni amministratori comunali ed i circoli economici che li supportano sembrano considerare le ricchezze storiche e culturali della città soltanto come contorno per „eventi“. Già la piazza Duomo deve essere disponibile per ogni possibile evento, comprese esibizioni motociclistiche; ed ora anche il Giardino Vescovile dovrebbe essere trasformato in una specie di „Luna Park“. Non solo gli esperti, che conoscono l’importanza storica del giardino, risalente al medioevo, ed i suoi collegamenti col palazzo vescovile, sono inorriditi. Anche molti Brissinesi sentono come uno sfregio che questa oasi di pace nel centro della città debba essere sacrificata. Ma proprio i Brissinesi non vengono consultati oppure si finge soltanto di consultarli.

Dopo che il Comune ha preso in affitto il Giardino Vescovile sarebbe stato giusto iniziare una discussione pubblica sul futuro del grande areale. Invece l’amministrazione comunale ha subito dato l’incarico per la ristrutturazione del Giardino Vescovile. Con la scelta del progettista, noto come “specialista di eventi“, ma assolutamente non in possesso di qualificazione come architetto paesaggista, si  è già presa una decisione. Non curandosi del fatto che il Giardino Vescovile si trova sotto tutela monumentale e degli insiemi, che vieterebbero ogni attività edile, il progettista ha lasciato correre la sua fantasia e previsto numerose opere che metterebbero in secondo piano il giardino. A questo punto le scelte sono già state fatte e molti soldi sono stati spesi; e a questo punto si propongono alla cittadinaza due progetti, entrambi da rifiutare, e – se necessario – addirittura un referendum: in tale referendum la cittadinanza potrebbe, nella migliore delle ipotesi, scegliere il male minore; è un magnifico esempio della considerazione dell’amministrazione comunale per i suoi cittadini.

L’unica ragionevole via d’uscita da questo impasse sarebbe ricominciare da capo. Ciò significa spedire a casa l‘esperto svizzero con i suoi 70.000 Euro, prima che il conto lieviti ancora, e coinvolgere esperti veri – storici, architetti, paesaggisti, tecnici di giardinaggio –per ragionare insieme sul modo di rivalutare il Giardino Vescovile senza distruggerlo. Il ritorno ad un frutteto originale sarebbe, in questo ambiente storico, la soluzione più logica; per il Luna Park si potrebbe trovare senza problemi un areale vuoto, per esempio in zona industriale. 

Hartmuth Staffler

 

Hier zum Herunterladen:

Gemeinderatsanfrage von Hartmuth Staffler in Sachen Hofburggarten

Advertisements

2 Kommentare zu „Radikaler Neuanfang ist notwendig | È tempo di un nuovo inizio

  1. Auf meine Anfrage hat Bürgermeister Albert Pürgstaller mit Datum vom 17. November 2010 folgendes geantwortet:
    „1. Wie bereits am 25.02.2010 im Gemeinderat mitgeteilt, wurden bisher Kosten von 67.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer als Honorar an die Firma Steiner Sarnen ausgezahlt.
    2. Die Beauftragung ist im Sinne des Landesgesetzes vom 22.10.1993, Nr. 17 als Leistung intellektueller Art erfolgt, wofür bis zu einer Schwelle von 100.000 Euro keine Ausschreibung erforderlich ist.
    3. Für diese Art von Beauftragung ist kein Berufsverzeichnis noch Titel vorgesehen; das lange Register von international erfolgreich durchgeführten Objekten unter seiner Konzeption und Regie dürfte Ihre Frage ausreichend beantworten.“
    Der Bürgermeister hat allerdings das erwähnte „lange Register international erfolgreich durchgeführter Objekte“ nicht beigelegt und auch das Register höchst umstrittener Steiner-Objekte nicht erwähnt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s