Informationsversammlung der Gemeinde bringt klares Stimmungsbild für eine sanfte Lösung | Faszinierendes Alternativprojekt vorgestellt

Der große Saal der Cusanus-Akademie war gut gefüllt, als die Gemeindeverwaltung heute Abend die zur Zeit auf dem Tisch liegenden Projekte vorstellte. Neben den beiden „Welten“ von Otto Jolias Steiner, der eine Apelwelt und eine Wasserwelt vorstellte, wurden auch alte Pläne von Ermengildo Spagnolli und als angenehme Überraschung des Abends eine Diplomarbeit der Landschaftsarchitektin Eva Maria Schgaguler vorgestellt.


Ein voller Saal unterstrich das Interesse der BrixnerInnen an der Gestaltung des Hofburggartens
(Foto Leonhard Angerer)

Doch der Reihe nach: Nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Albert Pürgstaller gab der Direktor des Landwirtschaftsbetriebes der Laimburg und damit auch Direktor der Gärten von Schloss Trauttmannsdorf, Klaus Platter, einen kurzen Einblick in den Werdegang und die Erfolge der einzigartigen Meraner Gärten. Es sollte wohl so etwas wie Trauttmansdorfsche Aufbruchsstimmung in die Bischofstadt getragen werden, die sich anschickt, den Hofburggarten in Besitz zu nehmen.

Danach präsentierte Otto Jolias Steiner seine Überlegungen und kam immer wieder darauf zu sprechen, dass er damit beauftragt worden sei, eine touristische Attraktion für Brixen zu schaffen, was sicherlich der Faktenlage entspricht, im Auditorium aber nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß. Die Präsentation der Apfelwelt ging etwas schludrig von statten – und das hat einen Grund: Recht deutlich gab Steiner zu verstehen, dass man bei wichtigen Entscheidungsträgern (diplomatisch, hier die Mehrzahl zu verwenden) gar nichts von einer Apfelwelt in Brixen halte und dass dies deshalb kein Thema mehr sei. Noch schludriger die Präsentation der Wasserwelten, für deren Konzeption nach dem landeshauptmännlichen Apfel-Njet wohl nur sehr wenig Zeit zur Verfügung gestanden hat. Auch blumige Wortschöpfungen im besten Werbesprech konnten darüber nicht hinwegtäuschen.

Die Tatsache, dass Steiner heute die Eröffnungsrede bei der Interpoma in Bozen gehalten hat, lässt einen Schluss zu: Die Apfelwelt wird wohl bald in Angriff genommen. Mit Steiner, dessen Apfel-Visionen die Brixner bezahlt haben, aber nicht in Brixen. In Terlan, vielleicht?

Wohltuend und spannend dann die Präsentation der Diplomarbeit von und durch Eva Maria Schgaguler, die ein durchdachtes, stimmiges und sanftes Gartenbaukonzept für den Hofburggarten vorschlug, das nach einer ersten Analyse auch gartendenkmalpflegerisch durchaus ortsbezogen und realistisch gestaltet ist. Schaguler, die in ihrer fundierten Arbeit das Mass der Stadt aufgenommen hat, zeigte einen organischen Weg auf, der den Garten von der heutigen Apfelmonokultur schrittweise in einen Streuobstbestand überführt, behutsam Sichtachsen öffnet und den Chinesischen und den Japanischen Turm als Café und Laden, bzw. Informationsraum nutzt. Bestechend und ganz in unserem Sinne auch der Vorschlag von Schaguler, im Garten alte Obstsorten zu sammeln und im Südareal des Hofburggarten – außerhalb der Südmauer – einen Baumschule/Gärtnerei für alte und seltene Obstsorten anzulegen und diese dann im Garten einzufpflanzen bzw. auch an Interessierte abzugeben.


So könnte eine Lösung von Eva Maria Schgaguler aussehen: Eine Mischung zwischen dem aktuellen Spalierbestand mit überraschenden Sichtachsen und sich ausdehnende Inseln mit Streuobstbestand. Im Süden der Hofburggarten-Mauer denkt Frau Dr. Schgaguler an eine Baumschule für alte und seltene Obstsorten.

Wir werden versuchen, Planunterlagen von Frau Schgaguler zu bekommen, um ihren Vorschlag an dieser Stelle im Detail vorstellen zu können.

Bürgermeister Albert Pürgstaller oblag es abschließend noch, einige alte Vorschläge von Ermenegildo Spagnolli zu zeigen, wohl mehr ein Pflichtprogramm, um einen breiten Planungsprozess zu veranschaulichen, den es aber bei den Gestaltungsvorschlägen für den Hofburggarten ganz einfach nicht gab.

Die Diskussion zeigte ein sehr selbstbewusstes und kritisches Auditorium, das sich sehr fundiert und intensiv zu Wort meldete und mit wenigen Ausnahmen sehr deutlich für den Vorschlag von Eva Maria Schaguler Partei ergriff. Weniger fundiert die Stellungnahme von zwei Wirten und eines Kaufmanns, die allzu offensichtlich auf eine Freund-Feind-Tourismusleier setzten.

Als wichtige Aussage wurde auch jene von Josef Gelmi gewertet, des Präsidenten der Hofburg. Er berichtete von einem Anruf von Generalvikar Matzneller, der im Namen des Eigentümers des Hofburrgarten drei zentrale Forderungen aufstellte: Der Hofburggarten dürfen kein Lunapark werden und keinen Talferwiesen-Charakter bekommen. Darüber hinaus sei darauf hinzuarbeiten, dass es eine „soluzione condivisa“ werde.

Resümmee: Es war ein spannender Abend mit neuen Erkenntnissen, für die wir uns als Initiative Pro Pomarium wohl auch mindestens ein Lorbeerblatt an den Hut stecken dürfen. Denn Eva Maria Schgaguler wurde sehr kurzfristig eingeladen, vor einigen Tagen erst, als die ersten Pro Pomarium-Mails schon die Runde machten und der bürgermeisterliche Geheimdienst auf die Bewegung an der Bürger-Basis aufmerksam wurde…

Das von Bürgermeister Pürgstaller an den Tag gelegte Tempo dürfte so nicht mehr zu halten sein, in Sachen Hofburggarten wird es keine Schnellschüsse geben. Dieser Umstand wird es erlauben, zu einer „soluzione condivisa“ (Gelmi, Matzneller) zu kommen. Das Schgaguler-Projekt bietet eine ausbaufähige Grundlage dafür.

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2 Kommentare zu „Informationsversammlung der Gemeinde bringt klares Stimmungsbild für eine sanfte Lösung | Faszinierendes Alternativprojekt vorgestellt

  1. Quale cittadino che risiede da 50 anni in questa bella città, non posso che essere felice del fatto che molti brissinesi la pensino come me! Io desidero poter entrare e “prender possesso” di una fetta di territorio che fin’ora ho potuto solo immaginare con la mia fantasia, cercando di lasciare quanto possibile al suo posto, con discrezione e rispetto. La serata di giovedì alla Cusanus è stata per questi motivi molto interessante ed, appunto, pure “tranquillizzante”.

    Alcune considerazioni:
    – sembra chiarissimo che i “grandi progetti” debbano finire nel cassetto del dimenticatoio! La platea
    di giovedì e gli articoli sulla stampa odierna non lasciano ombra di dubbio;
    – non si capisce, invece, (almeno, io non lo capisco proprio o forse la risposta mi è sfuggita) chi e
    perché abbia dato un incarico fine allo sfruttamento turistico dei giardini allo studio svizzero Steiner,
    senza prima minimamente verificare se quella sarebbe stata la strada giusta; in questo modo, oltre
    al denaro, si è perso pure tempo prezioso;
    – ho avuto l’impressione che, il signor Steiner, non si debba essere proprio sentito al posto giusto…,
    e lo capisco pure…!
    – l’idea del giardino/pomario dell’architetto Schgaguler è risultata quella vincente, oltre ad essere
    sicuramente la più compatibile con gli importanti vincoli di tutela, la più “economica” e, penso,
    quella di più rapida attuazione;
    – se, comunque, come si è spesso detto, siamo all’inizio del cammino e tutto è ancora da decidere,
    non capisco perché il sindaco abbia ribadito più volte che non c’è proprio la possibilità di un
    accesso gratuito ai giardini. Parchi simili nelle città europee ce ne sono molti e, quelli che ho
    visitato io, tutti gratuiti!! Si tratta di trovare una formula che lo permetta!! Con la buona volontà si può
    far (quasi) tutto; se ci sono riuscite le altre amministrazioni comunali, perché non dovrebbe riuscirci
    la nostra???
    – non capisco nemmeno i timori dei rappresentanti del turismo/dell’economia; nessuno vuole
    mettere in dubbio l’importanza del turismo per la città, anzi! Cerchiamo quindi una soluzione che
    possa andare bene a tutti; i grandi parchi e le grandi cifre d’affluenza turistica a cui facevano
    riferimento il signor Steiner ed il signor Platter (Trautmannsdorff) vanno decisamente in un’altra
    direzione! Nei giardini che ci immaginiamo noi, cittadini di Bressanone, c’è posto anche per i nostri
    ospiti, volentieri!

    Ora spero tanto che i responsabili e gli addetti ai lavori prendano sul serio ciò che si è detto e sentito l’altra sera; l’interesse della popolazione è molto forte e tutti noi non vediamo l’ora di poter passeggiare lungo i vialetti dei “nostri” giardini del palazzo vescovile!!!

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