Auf dem Weg zu einer BürgerInnengenossenschaft

Pro Pomarium hatte eingeladen und 60 Personen waren in den Hörsaal 2.60 der Uni in Brixen gekommen, um herauszufinden, ob die Gründung einer BürgerInnen-Genossenschaft ein gangbarer Weg für die Führung des Brixner Hofburggartens sein kann.

Nach einer Begrüßung durch den Sprecher von Pro Pomarium, Enrico De Dominicis, und einigen einführenden Worten von Markus Lobis sprach Frau Prof. Dr. Susanne Elsen von der Bildungswissenschaftlichen Fakultät in Brixen zum Thema „Vom Herrschaftsgarten zum Bürgergarten – Der Hofburggarten und die globale Bewegung der urbanen Gärtner“.

Im äußerst interessanten Kurzvortrag skizzierte die renommierte Sozialwissenschaftlerin die wesentlichen Etappen der Commons-Bewegung, die sich weltweit um die Aneignung oder Rückführung von Allgemeingütern in selbstorganisierte und auf Solidarbasis aufbauende Führungsmodelle der Zivilgesellschaft bemüht, wobei informellen Gruppen und Genossenschaften eine große Bedeutung als Organisationsformen zukommt. Frau Prof. Elsen flocht in ihren Vortrag auch eine Präsentation der Brixner Architektin Silvia Brunner ein, die an einem Projekt zur Begrünung der Innsbrucker Altstadt mitarbeitet.

Anschließend sprach Frau Dr. Devilli von der genossenschaftlichen Dachorganisation LEGACOOPBUND über die Rechtsform der Genossenschaft und fächerte deren zentrale Eigenheiten und Einsatzmöglichkeiten auf. Nach ihrem interessanten Vortrag gab es verschiedene Detailfragen aus dem Publikum und einen regen Meinungsaustausch mit Teilnehmern, die ihre durchwegs positiven Erfahrungen mit Genossenschaften einbrachten und auf verschiedene praktische Aspekte hinwiesen. Schnell entstand Konsens darüber, dass die Form einer Genossenschaft, idealerweise einer Sozialgenossenschaft vom Typ B, perfekt dafür geeignet ist, die Führung des Hofburggartens zu übernehmen und die Tätigkeit im Bedarfsfall auch über diese Kernaufgabe hinaus auf weitere Dienste zum Wohle der Allgemeinheit auszudehnen.

Markus Lobis legte dar, warum Pro Pomarium den Anstoß für die Gründung einer Genossenschaft gibt und begründete dies vor allem mit der Notwendigkeit, dass die Bürgerschaft nicht nur Wünsche und Forderungen aufstellen dürfe sondern auch bereit sein müsse, Verantwortung zu übernehmen und sich dadurch auch aktive Teilhabe und Mitentscheidungsrechte sichern könne. Pro Pomarium und die nun in der Startphase befindliche Genossenschaft lasse sich aber nur auf dieses Projekt ein, wenn die Gemeindeverwaltung sich für die sanfte Erschließung des Areals entscheide. Pro Pomarium sei guter Hoffnung, so Lobis, dass die Gemeindeverwaltung in Kürze entsprechende Weichenstellungen vornehmen werde und die Botschaften aus der Bürgerschaft verstanden habe.

PromotorInnen-Komitee gebildet
Die Stimmung im Saal war sehr konstruktiv, sodass sich nach dem entsprechenden Aufruf sofort neun Personen meldeten, die zusammen mit zwei Personen, die bereits vorher ihre Mitarbeit angekündigt hatten, aber nicht an der Versammlung teilnehmen konnten und mit Vertretern von Pro Pomarium das PromotorInnenkomitee bilden werden.

Zur Zeit setzt sich das PromotorInnenkomitee aus folgenden Personen zusammen: Christina Tinkhauser, Hansjörg Bergmeister, Anna Oberhollenzer, Susanne Elsen, Andi Pichler, Leo Kerschbaumer, Greti Seebacher, Bruno Brocco, Roberto Castorina, Elisabeth Thaler und Edith Verginer zusammen. Pro Pomarium wird in den nächsten Tagen seine Vertreter ernennen und dann die erste Sitzung des PromotorInnenkomitees anberaumen.

Gerne nimmt das PromotorInnenkomitee weiter Mitglieder auf. Interessierte melden sich bitte unter propomarium@gmail.com.

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